CANTLON (gallisch: Lied, Melodie)
Unsere neue CD "SITULARIA - Klänge aus der Hallstattzeit" ist da!!

"Erstklassige Musik mit dem “Gerne-wieder-hören-Faktor”, die sicher häufiger gespielt werden wird"
(Ebensolch Rez-E-zine)
"Eine vergnügliche Zeitreise"
(Oberösterreichische Nachrichten)
Bestellung hier (österreichische Akademie der Wissenschaften)
!!!Neu!!! Cantlon auf Youtube: VIDEO1 VIDEO2 VIDEO3

Patrick Feldner, Albin Paulus, Nadège Lucet, Niki Fliri
Freiheit für Troubadix!
Das weltweit wohl einzigartige Ensemble Cantlon fand sich 2008 in Wien zusammen. Die Musiker kannten und schätzten sich bereits seit längerem bei unterschiedlichen gemeinsamen Projekten. Alle waren einhellig der Meinung, dass Troubadix, der verkannte Barde aus "Asterix", vollkommen unrechtmäßig an einen Baum gefesselt wurde. Sie hegten deshalb den gemeinsamen Wunsch, die musikalische Klangwelt der keltischen Eisenzeit zu neuem Leben zu erwecken (Hallstattkultur und Latènekultur 800 v. Chr. bis 40 n. Chr.) und ins rechte Licht zu rücken. Sowohl die nachgebauten Instrumente wie als auch die von dem Linguisten David Stifter verfassten Texte in rekonstruiertem Altkeltisch stellen eine absolute Besonderheit dar, und die so entstanden Musik klingt noch dazu erstaunlich gut! Die Gruppe verwebt Spielfreude, Virtuosität und Spielwitz mit neuen Erkenntnissen der Musikarchäologie und Instrumentenkunde zu einem spannenden und unterhaltsamen Vortrag. Die Musiker des Ensembles stammen aus unterschiedlichen Sparten von Weltmusik über Folk bis alte Musik und Klassik und haben sich international einen Namen mit diversen Ensembles gemacht.
Albin Paulus: Hornpfeifen, Flöten, Leier, Maultrommel, Gesang, Instrumentenrekonstruktion
Geboren in Deutschland, die Familie stammt aus Österreich. Unterricht in Blockflöte und Klarinette, später Selbsstudium des Dudelsacks und der Maultrommel. Musikwissenschaftstudium in Wien und Cremona, 1997 und 2005 Gewinner des 2. Preises für Dudelsack in St. Chartier (F), 2011 Auszeichnung „Weltvirtuose der Maultrommel“ in Jakutsk/ Sibirien. Lebt in Wien, rege Konzerttätigkeit als Maultrommelvirtuose, Dudelsackspieler, Jodler und Multiinstrumentalist in ganz Europa, Asien und Übersee mit "Hotel Palindrone" (Gewinner des europäischen Folkmusikpreises Plauen 2009) , "Schikaneders Jugend" und "Musica Romana". Zudem Auftritte und CD-Produktionen Bereich der Alten Musik mit Roberto Sensi (I), Christophe Coin (F), Paul Angerer und Ensemble Unicorn (A) u.a.. Dudelsacklehrer an der Musikschule der Stadt Wien, hält Seminare für Dudelsack, Maultrommel, Ensemblespiel und Jodeln in ganz Europa und Vorlesungen an der Universität Wien. Seit 2000 erforscht und baut er prähistorische Musikinstrumente.
Niki Fliri: Leier, Flöten, Perkussion, Maultrommel, Gesang
Geboren in Bregenz, Vorarlberg, aufgewachsen in Feldkirch.
Fagottstudium am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck.
Beschäftigt sich seit 1998 mit Bordunmusik. Mitbegründer des Tanzhaus Innsbruck, des Bordunmusikstammtisch, sowie des Tiroler Musikverein – Institution zur epidemischen Verbreitung der Bordunmusik (TMV-I.e.V.B.), der sich der Förderung bordunmusikalischer Inhalte verschrieben hat. Studienabschluss 2011 der Ethnomusiktherapie in Wien.
Lebt seit 2004 als freischaffender Musiker und Musiktherapeut in Wien und Innsbruck. Lehrender für Dudelsack und Ensemblekursen bei verschiedenen Dudelsackseminaren in Österreich & Deutschland.
Bandmitglied bei „Orient Okzident Express“ www.myspace.com/ooemusik und Begründer der Folkband „eign “ www.myspace.com/eigneign
Info unter [email protected]
Nadège Lucet: Leier, Bass-Winkelharfe, Maultrommel, Mundbogen
Geboren und aufgewachsen in der Touraine in Frankreich, lebt und arbeitet in Wien. Studium der Sozialpädagogik am "Institut de travail social" in Tours. Zunächst in der Behindertenpädagogik und Kunsttherapie tätig, beschäftigt sie sich seit 2001 im Bereich der historischen Geschichtsdarstellung mit den Themenschwerpunkten Handwerk, Musik und Tanz. Erlernen des Leierspielens im Selbstudium, frei und unbeeinflusst von moderner und dogmatischer Instrumentalpädagogik, jedoch in Anlehnung an ostafrikanische Leierspieltechniken. Seit 2002 rege Zusammenarbeit mit den Gruppen "Imbraxton", "Hotel Palindrone" u.a. . Auftritte und pädagogische Vorführungen bei zahlreichen historischen Veranstaltungen und Seminaren im deuschsprachigen Raum und Frankreich.
Patrick Feldner: Perkussion, Maultrommel, Mundbogen
Geboren in Durban/Südafrika. Lebt in Wien als freischaffender Musiker und Künstler. Schlagzeugunterricht in populärer Musik mit Dieter Herfert (Vienna Konservatorium). Verstärktes Interesse an Weltmusik, ausgedehnte Reisen durch Nordindien, Nepal und Türkei, Studium der
klassischen Handtrommel. Seit 1998 rege Konzerttätigkeit im Bereich Alte und Historische Musik, Orientalische Kunstmusik, Weltmusik, Folk und Jazz. Zurzeit Mitwirkung in zahlreichen Musikgruppen, Konzert-Ensembles und Projekten wie „Haga Skalden“ u.a., Zusammenarbeit außerdem mit Hazar Mirzo (SYR) Edward Powell (CAN) Don Conreaux (USA) Gila Perach (USA) Eman Hossny (EG) Mofid Nehme (LIB) Eva Novak (A) Slawomir Sowka (PL) Scott White (CAN) Asmat Omari (SYR) Ivo Sedlacek (CZ), Chester C. Washington (USA) Marc Perchet (FRA) Said Yussef (SYR) Zoro Yussef (SYR) Olje (TR) Mohamed el Haw (EG) Klaus Walter (Les Menestrels) (A) Simon Wascher (A) Aldona Tomcak (PL).
http://www.myspace.com/patrickfeldner
sowie weitere Gastmusiker, vor allem von Imbraxton (s. weitere Projekte) sowie Beate Maria Pomberger (CD Sitularia)
Weitere Fotos hier
Seit 2003 erforsche und baue ich Instrumente der Eisenzeit, vorwiegend aus einheimischen Naturmaterialien wie Holunder, Kuhhorn, Knochen, Schilf (für die Blasinstrumente), diverse Hölzer, Ziegenpergament, Darmsaiten (für Leiern) usw.. Mein Wissen vermittle ich bei Vorlesungen an der Universität Wien: siehe Unterpunkt "Wissenschaft" bzw. "Musik der Keltia".
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Programmvorschlag:
(sprachwissenschaftliche Beratung: David Stifter und Albert Bock)
1) ALAUDA (gallisch: die Lärche)
(Einleitung: Improvisation Niki Fliri/ Albin Paulus, Komposition: Niki Fliri
Hier erklingen zwei Knochenflöten mit Blockflötenprinzip und mehreren Grifflöchern, sowie eine Holunderflöte gleichen Prinzips. Hochentwickelte Flöten mit Grifflöchern sind in Europa bereits weit vor der Eisenzeit belegt.
(Flöte aus Geierknochen, spätestens 2000 v Chr., Grotte de Veyreau, Frankreich)
2) CANTLON DIGATIAS (gallisch: Trinklied)
(Text: David Stifter, Komposition: Albin Paulus)
Gallischer Text: David Stifter. Folgende Instrumente kommen hier zum Einsatz: Zwei Leiern (Abb. s.u.), zwei Obertonflöten aus Holunder (ohne Grifflöcher) sowie eine Doppelhornpfeife („Hallstatt-Aulos“), wie sie sich auf Abbildungen und eine Skulptur im Osthallstattkreis nachweisen lässt. Hornpfeifen werden heute noch in Europa in der Volksmusik verwendet (z.B. in Wales, Baltikum, Osteuropa, Baskenland sowie bei Spielpfeifen von einigen Dudelsäcken: böhmischer Bock, tunesischer Dudelsack u.a.). Sie funktionieren nach dem Klarinettenprinzip mit einem Einfachrohrblattt aus Schilf und werden mit Zirkularatmung gespielt. Die Tonskala des Stückes basiert auf der Obertonreihe (Naturtonreihe).
(Figurine aus Százhalombatta, Ungarn, Hallstattzeit)
3) SITULA (Prunkgefäß)
(Komposition u. Improvisation: Albin Paulus/ Nadège Lucet)
Leier und Panflöte werden während der gesamten Eisenzeit sehr häufig abgebildet und haben wohl eine wichtige Rolle im Musikleben gespielt. Dieses Stück ist inspiriert von typischen Abbildungen auf Situlen der Hallstattzeit und frühen Latènezeit, die beide Instrumente gleichzeitig zeigen.
4) CURMIGNATOS (in Bier geboren)
(Komposition: Albin Paulus)
Dieses Stück basiert auf dem Zusammenklang einer Hornpfeife und Leiern. Auch hier existiert eine Dastellung beider Instrumente aus dem Osthallstattkreis.
5) EPOS (Pferd)
(Improvisation: Niki Fliri/ Nadège Lucet/ Albin Paulus)
Die Maultrommel gehört wohl zu den elementarsten Intrumenten der Menschheit, da sie in fast allen Kulturen der gesamten Welt existiert. Häufig besteht sie aus Holz oder Schilf. Aus Eisen ist sie erst seit der Antike in Ostasien belegt, in Europa frühestens durch archäologische Funde aus galloromanischer Zeit, die jedoch häufig angezweifelt werden. Da sie als typisches Instrument bei Reiterkulturen Verwendung findet, wie sie immer wieder nach Europa einfielen, erliegen wir dennoch Vorstellung, dass eine Horde versprengter ostasiatischer Reiter einige Exemplare nach Europa brachte. Da Pferd, Schmied, und Maultrommel eine unzertrennbare Einheit in asiatischen Reiterkulturen darstellen, improvisieren wir natürlich zum Thema „Pferd“.
6) NATA UIMPI (Schönes Mädchen)
(Improvisation: Niki Fliri/ Nadège Lucet/ Albin Paulus, Trad. Bretagne)
Die teilweise sehr „ungezogenen“ Texte stammen von Spinnwirteln aus galloromanischer Zeit (Spätgallisch, oft gemischt mit Lateinischen Wörtern). Sie dienten offenbar als Geschenk von Burschen an Mädchen. Beispiele:
nata uimpi curmi da: Schönes Mädchen, gib Bier!
nata uimpi pota vim: Schönes Mädchen, trink Kraft!
moni gnatha gabi buððuton imon: Komm, Mädchen, nimm mein Pimmelchen/ Küsschen! (ungeklärt)
Die Musik dieses Stückes basiert auf einer heutigen pentatonischen (fünftönigen) Melodie aus der Bretagne, gespielt auf zwei Leiern und einer auch in Europa in der Antike verwendeten Frühform der Harfe, wie sie heute noch in Uganda gespielt wird (Adungu).