Eisenzeit-Ensemble CANTLON

https://www.facebook.com/ensemble.cantlon/

CANTLON (gallisch: Lied, Melodie)

CD "SITULARIA - Klänge aus der Hallstattzeit":

"Erstklassige Musik mit dem “Gerne-wieder-hören-Faktor”, die sicher häufiger gespielt werden wird"
(Ebensolch Rez-E-zine)

"Eine vergnügliche Zeitreise"
(Oberösterreichische Nachrichten)

HÖRPROBEN

Bestellung unter  https://verlag.oeaw.ac.at/sitularia (Verlag der  Österreichsichen Akademie der Wissenschaften)

 

Video Keltenfest Asparn 2017

Bisherige KONZERTE (Auswahl):

Keltenfest Asparn/Zaya 2014-2019, Situla Festival Novo Mesto 2017Konzertreihe "Musik und Archäologie" Wien 2009/ 2011, Lange Nacht der Forschung Wien 2012, "Zentren der Macht" Stuttgart 2012, Festival MoreOhrLess Lunz 2012, Keltenmuseum Hallein 2013/ 2014

Videos 2009/2010:  VIDEO1 VIDEO2 VIDEO3

Videos 2012/2013
http://www.youtube.com/watch?v=3591Wsta1VE
https://www.youtube.com/watch?v=gH5-vRq_-i8
https://www.youtube.com/watch?v=7YPQov0AZiA

 

(c) Kat

Stephan Stoney Steiner, Niki Fliri, Patrick Feldner, Albin Paulus 

Das weltweit einzigartige Ensemble Cantlon wurde 2008 von dem Multiinstrumentalisten, Musikwissenschaftler und Instrumentenbauer Albin Paulus sowie dem Musiker und Musiktherapeuten Nikolaus Fliri gegründet. Ziel war es, die musikalische Klangwelt vergangener Epochen, insbesondere der antiken Kelten zu neuem Leben zu erwecken. Nach einer intensiven Forschungsphase und Rekonstruktion zahlreicher Musikinstrumente kam 2010 die erste CD „Sitularia“ mit dem Perkussionisten Patrick Feldner und Nadege Lucet heraus (Österreichische Akademie der Wissenschaften). Es folgten Engagements in wechselnder Besetzung bei internationalen Festivals (z.B. MoreOhrLess u.a.), Vorträge und Ausstellungseröffnungen in Museen im In- und Ausland, die große Beachtung in der Fachwelt fanden. 2016 kommt Stephan Stoney Steiner, vielbeachteter Folkmusiker und Folkkomponist, als fixes Ensemblemitglied hinzu. Die Musik des Ensembles Cantlon basiert vorwiegend auf dem Klang der rekonstruierten Instrumente, da es keine direkten Musikquellen gibt. Hierfür wurden eigene Kompositionen geschaffen, aber auch Improvisationen sowie Melodien aus heutigen archaisch anmutenden Volksmusiktraditionen werden herangezogen. Eine Besonderheit sind Lieder in gallischer Sprache. Die Texte sind zum Teil überliefert oder Neudichtungen des Sprachforschers David Stifter. Die international erfolgreichen Musiker von Cantlon schätzen sich schon seit vielen Jahren. Sie verbindet alle eine intensive Zusammenarbeit in den unterschiedlichsten musikalischen Projekten. Das Ensemble sticht deshalb durch seinen einzigartigen homogenen Klang, durch Virtuosität und Spielwitz hervor.

 

Albin Paulus: Hornpfeifen, Flöten, Leier, Maultrommel, Gesang, Instrumentenrekonstruktion

Geboren in Deutschland, die Familie stammt aus Österreich. Unterricht in Blockflöte und Klarinette, später Selbsstudium des Dudelsacks und der Maultrommel. Musikwissenschaftstudium in Wien und Cremona, 1997 und 2005 Gewinner des 2. Preises für Dudelsack in St. Chartier (F), 2011 Auszeichnung „Weltvirtuose der Maultrommel“ in Jakutsk/ Sibirien. Lebt in Wien, rege Konzerttätigkeit als Maultrommelvirtuose, Dudelsackspieler, Jodler und Multiinstrumentalist in ganz Europa, Asien und Übersee mit "Hotel Palindrone" (Gewinner des europäischen Folkmusikpreises Plauen 2009) , "Schikaneders Jugend" und "Musica Romana". Zudem Auftritte und CD-Produktionen Bereich der Alten Musik mit Roberto Sensi (I), Christophe Coin (F), Paul Angerer und Ensemble Unicorn (A) u.a.. Dudelsacklehrer an der Musikschule der Stadt Wien, hält Seminare für Dudelsack, Maultrommel, Ensemblespiel und Jodeln in ganz Europa und Vorlesungen an der Universität Wien. Seit 2000 erforscht und baut er prähistorische Musikinstrumente.

Niki Fliri: Leier, Flöten, Perkussion, Maultrommel, Gesang

Geboren in Bregenz, Vorarlberg, aufgewachsen in Feldkirch.
Fagottstudium am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck.
Beschäftigt sich seit 1998 mit Bordunmusik. Mitbegründer des Tanzhaus Innsbruck, des Bordunmusikstammtisch, sowie des Tiroler Musikverein – Institution zur epidemischen Verbreitung der Bordunmusik (TMV-I.e.V.B.), der sich der Förderung bordunmusikalischer Inhalte verschrieben hat. Studienabschluss 2011 der Ethnomusiktherapie in Wien.
Lebt seit 2004 als freischaffender Musiker und Musiktherapeut in Wien und Innsbruck. Lehrender für Dudelsack und Ensemblekursen bei verschiedenen Dudelsackseminaren in Österreich & Deutschland.
Bandmitglied bei „Orient Okzident Express“ www.myspace.com/ooemusik und Begründer der Folkband „eign “ www.myspace.com/eigneign

Info unter tirolermusikverein@gmx.at

Stephan Stoney Steiner: Leier, Bass-Adungu (Harfe), Flöten,  Gesang

Stephan "Stoney" Steiner wuchs als gebürtiger Wiener in Baden auf - seine musikalische Karriere begann während der Volksschulzeit mit Blockflöten- und Geigenunterricht sowie einem Kinderchor. Schon als Jugendlicher begann er, sich mit Improvisation und Folk-Traditionen zu beschäftigen. Er erschloss sich im Laufe der Jahre, überwiegend autodidaktisch, weitere Instrumente wie Drehleier, Nyckelharpa und diatonisches Akkordeon. Derzeit spielt er, live und im Studio, bei mehreren Projekten, international in Europa und drüber hinaus - in Malaysia, Mexiko, Belgien, England, Italien, Portugal, Lettland, Frankreich, Deutschland... vor allem mit der Gruppe Hotel Palindrone, mit dem Duo Starymonetti, der Folk-Rock Gruppe Harlequin's Glance und mit der Singer-Songwriterin Katrin Navessi. Sein Repertoire und seine eigenen Kompositionen sind stark vom westeuropäischen Folk- und Bordunmusikrevival geprägt - vor allem von Tanzmusik aus Frankreich und den britischen Inseln. Daneben beschäftigt er sich unter anderem mit Musik aus Skandinavien, Galizien, mit Balkanmusik und auch mit der einheimischen Bordunmusik, hat eine starke Affinität zu improvisierter, spontan entstehender Musik und arbeitet u.a. auch oft und gerne mit Sänger/innen zusammen. Chorleiter, Mitwirkung als Leiter von Folkmusikcamps und Workshops in mehreren Ländern, Gründer der Internet-Plattform Tradivarium.

Patrick Feldner: Perkussion, Maultrommel, Mundbogen, Gesang

Geboren in Durban/Südafrika. Lebt in Wien als freischaffender Musiker und Künstler. Schlagzeugunterricht in populärer Musik mit Dieter Herfert (Vienna Konservatorium). Verstärktes Interesse an Weltmusik, ausgedehnte Reisen durch Nordindien, Nepal und Türkei, Studium der
klassischen Handtrommel. Seit 1998 rege Konzerttätigkeit im Bereich Alte und Historische Musik, Orientalische Kunstmusik, Weltmusik, Folk und Jazz. Zurzeit Mitwirkung in zahlreichen Musikgruppen, Konzert-Ensembles und Projekten wie „Haga Skalden“ u.a., Zusammenarbeit außerdem mit Hazar Mirzo (SYR) Edward Powell (CAN) Don Conreaux (USA) Gila Perach (USA) Eman Hossny (EG) Mofid Nehme (LIB) Eva Novak (A) Slawomir Sowka (PL) Scott White (CAN) Asmat Omari (SYR) Ivo Sedlacek (CZ), Chester C. Washington (USA) Marc Perchet (FRA) Said Yussef (SYR) Zoro Yussef (SYR) Olje (TR) Mohamed el Haw (EG) Klaus Walter (Les Menestrels) (A) Simon Wascher (A) Aldona Tomcak (PL).

http://www.myspace.com/patrickfeldner

 

Hallstatt-Tohuwabohu (c)Albin Paulus

Instrumente der Hallstattzeit, gebaut von Albin Paulus

 

"Seit 2003 erforsche und baue ich Instrumente der Frühgeschichte (Eisenzeit, Bronzezeit, Steinzeit), vorwiegend aus einheimischen Naturmaterialien wie Holunder, Kuhhorn, Knochen, Schilf (für die Blasinstrumente), diverse Hölzer, Ziegenpergament, Darmsaiten (für Leiern) usw.. Mein Wissen vermittle ich bei Vorlesungen an der Universität Wien: siehe Unterpunkt "Wissenschaft" bzw. "Musik der Keltia"."

Albin Paulus

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Programmvorschlag:

(sprachwissenschaftliche Beratung: David Stifter und Albert Bock)

1) ALAUDA (gallisch: die Lärche)

(Einleitung: Improvisation Niki Fliri/ Albin Paulus, Komposition: Niki Fliri

Hier erklingen zwei Knochenflöten mit Blockflötenprinzip und mehreren Grifflöchern, sowie eine Holunderflöte gleichen Prinzips. Hochentwickelte Flöten mit Grifflöchern sind in Europa bereits weit vor der Eisenzeit belegt.

(Flöte aus Geierknochen, spätestens 2000 v Chr., Grotte de Veyreau, Frankreich)

2) CANTLON DIGATIAS (gallisch: Trinklied)

(Text: David Stifter, Komposition: Albin Paulus)

Gallischer Text: David Stifter. Folgende Instrumente kommen hier zum Einsatz: Zwei Leiern (Abb. s.u.), zwei Obertonflöten aus Holunder (ohne Grifflöcher) sowie eine Doppelhornpfeife („Hallstatt-Aulos“), wie sie sich auf Abbildungen und eine Skulptur im Osthallstattkreis nachweisen lässt. Hornpfeifen werden heute noch in Europa in der Volksmusik verwendet (z.B. in Wales, Baltikum, Osteuropa, Baskenland sowie bei Spielpfeifen von einigen Dudelsäcken: böhmischer Bock, tunesischer Dudelsack u.a.). Sie funktionieren nach dem Klarinettenprinzip mit einem Einfachrohrblattt aus Schilf und werden mit Zirkularatmung gespielt. Die Tonskala des Stückes basiert auf der Obertonreihe (Naturtonreihe).
(Figurine aus Százhalombatta, Ungarn, Hallstattzeit)

3) SITULA (Prunkgefäß)

(Komposition u. Improvisation: Albin Paulus/ Nadège Lucet)

Leier und Panflöte werden während der gesamten Eisenzeit sehr häufig abgebildet und haben wohl eine wichtige Rolle im Musikleben gespielt. Dieses Stück ist inspiriert von typischen Abbildungen auf Situlen der Hallstattzeit und frühen Latènezeit, die beide Instrumente gleichzeitig zeigen.

4) CURMIGNATOS (in Bier geboren)

(Komposition: Albin Paulus)

Dieses Stück basiert auf dem Zusammenklang einer Hornpfeife und Leiern. Auch hier existiert eine Dastellung beider Instrumente aus dem Osthallstattkreis.

5) EPOS (Pferd)

(Improvisation: Niki Fliri/ Nadège Lucet/ Albin Paulus)

Die Maultrommel gehört wohl zu den elementarsten Intrumenten der Menschheit, da sie in fast allen Kulturen der gesamten Welt existiert. Häufig besteht sie aus Holz oder Schilf. Aus Eisen ist sie erst seit der Antike in Ostasien belegt, in Europa frühestens durch archäologische Funde aus galloromanischer Zeit, die jedoch häufig angezweifelt werden. Da sie als typisches Instrument bei Reiterkulturen Verwendung findet, wie sie immer wieder nach Europa einfielen, erliegen wir dennoch Vorstellung, dass eine Horde versprengter ostasiatischer Reiter einige Exemplare nach Europa brachte. Da Pferd, Schmied, und Maultrommel eine unzertrennbare Einheit in asiatischen Reiterkulturen darstellen, improvisieren wir natürlich zum Thema „Pferd“.

6) NATA UIMPI (Schönes Mädchen)

(Improvisation: Niki Fliri/ Nadège Lucet/ Albin Paulus, Trad. Bretagne)

Die teilweise sehr „ungezogenen“ Texte stammen von Spinnwirteln aus galloromanischer Zeit (Spätgallisch, oft gemischt mit Lateinischen Wörtern). Sie dienten offenbar als Geschenk von Burschen an Mädchen. Beispiele:

nata uimpi curmi da: Schönes Mädchen, gib Bier!
nata uimpi pota vim: Schönes Mädchen, trink Kraft!
moni gnatha gabi buððuton imon: Komm, Mädchen, nimm mein Pimmelchen/ Küsschen! (ungeklärt)

Die Musik dieses Stückes basiert auf einer heutigen pentatonischen (fünftönigen) Melodie aus der Bretagne, gespielt auf zwei Leiern und einer auch in Europa in der Antike verwendeten Frühform der Harfe, wie sie heute noch in Uganda gespielt wird (Adungu).